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Der 1. Tag |
Von Geitau zum Rotwandhaus |
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Anreise |
Mit der Bahn bequem bis Geitau
Nicht nur weil der Aufstieg zur Rotwandhütte gut besonnt ist, lohnt sich
ein früher Aufbruch. Der erste Zug erreicht Geitau gegen 8 Uhr:
Genießen Sie die frische Morgenstimmung und das wunderschöne
Gefühl, einen langen Tag ohne Zeitstress vor sich zu haben; das
üppige Zeitpolster ist gut für's Verschnaufen, für die Brotzeit
und den Spielspaß am Wegesrand.
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Pensum |
Höhenunterschied: knapp stattliche
1000m
Reine Gehzeit: 4 Stunden
Für unseren ersten Aufstieg zum Rotwandhaus, die beiden Kinder waren um
die zehn Jahre alt, brauchten wir gute acht Stunden - mit vielen schönen
Pausen und bei fast 30 Grad im Schatten. Es läßt sich bei diesen
schweißtreibenden Temperaturen wunderbar im kalten Soinsee aushalten -
und wenn es nur für ein kurzes Eintauchen reicht!
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Route |
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Vom Bahnhof gehts aber zunächst Richtung Süden über die 'B307' hinweg durch Geitau hindurch am Segelflugplatz vorbei zur Hinteren Heubergalm, weiter immer bergan an der Schellenbergalm vorbei zum Soinsee. Man wandert man auf einem nie langweiligen Ziehweg durch eine abwechselungsreiche Landschaft, über Wiesen am Talboden entlang, durch schattigen Bergwald, durch die offene Almlandschaft. Der Weg ist lang, 'zieht' sich aber keineswegs öd' dahin - allerdings liegt er zumeist gut in der Sonne. Jeder schattenspendende Baum am Wegesrand ist das nächstliegende Ziel und lädt zu einer kleinen Verschnaufpause ein - Schattenhopping heißt der Spaß. Am Soinsee läßt es sich vorzüglich brotzeiten. Wasser und allerlei Felsbrocken am Ufer und in der zerklüfteten Umgebung sorgen für ausreichend Kurzweil. Ob nun mit, wie einige Schilder auffordern, oder ohne Badehose, die Kinder ließen die Beine ins Wasser baumeln und lockten so einen Schwarm kleiner Fische an, die ein großes Interesse an diesen Beinen fanden. Ein (kleines) Handtuch zum Abtrocknen sollte im Rucksack schon dabei sein! Allerdings sollte der Hüter des Handtuchs dieses dann auch herausrücken und nicht meinen, die Sonne würde doch auch die Kinderchen trocknen. Die Kinder waren sehr nachtragend. Es sind diese kleinen Dinge, die ihnen in Erinnerung bleiben. Weiter geht's ohne größere Steigungen zur Großtiefenthalalm. Die steil emporragenden Ruchenköpfe bilden eine imposante Felskulisse. Mit einem Glas Milch stärkt man sich für den nun beginnenden Aufstieg zur Kümpflscharte. Der Steig führt in Windungen durch üppige Wiesen; angelockt durch Gräser mit wolligen Samenständen suchten die Kinder sich ihren eigenen Weg durch die Wiesen. Oben auf der Kümpflscharte hält man sich rechts; wenn man einen langen Hals macht, kann man das Etappenziel, das Rotwandhaus, schon erspähen.
Insgesamt ist der Weg leicht begehbar und ohne besondere Gefahren. Er ist
brauchbar ausgeschildert.
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Speis' & Trank |
Trinkbares Wasser gibt's am Weg
über der Schellenbergalm und direkt an der
Großtiefenthalalm. In der näheren Umgebung des
Rotwandhauses ist es leider trocken - kein Tränke oder Quelle weit
und breit.
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Das stattliche Rotwandhaus liegt auf einem Plateau südlich der Rotwand. Wenn das Wetter mitspielt, hat man einen prächtigen Blick auf die Alpenkette. Die 'Hütte' ist ein beliebtes Ziel von Tageswanderern, die es sich mit der Taubensteinseilbahn bequem machen und das Rotwandhaus in 1½ Stunden erreichen. Voll ist's also an schönen Nachmittagen. Gegen Abend wird's dann ruhiger (bis sehr ruhig). Wir saßen am Sonntag Abend einmal als einzige Übernachtungsgäste im gemütlichen Gästeraum. Eine Fehlinformation in der Presse sei Schuld gewesen, erzählte der Wirt. Dem Spaß am Canastaspielen am runden Lieblingstisch im Erker tat dies keinen Abbruch. Ein großer, schwarzer Hund faulenzt im Hütteneingang, Hühner scharren. Unsereins legt sich faul auf eine Holzbank (Südlage!) und genießt die Sonne, derweil die Kinder die nähere, wiesige Umgebung erkunden. Meist gilt der erste Besuch der Windkraftanlage, die so gar nicht wie eine Windmühle aussieht. Auslauf für den Nachmittag ist also da. Wer mag, kann in einer halben Stunde zur Rotwand hochschnaufen. Wir haben es bisher noch nie dorthin geschafft, warum denn auch? Kindern kommt es meist nicht auf einen Gipfel mehr oder weniger an. Ein Apfelstrudel, eine Spezi sind die Objekte der Begierde. An der östlichen Seite des Hüttenplateaus, in Richtung Ruchenköpfe, ein Steinwurf von der Hütte, gibt es einige steilabfallende Hänge: die Tochter erklimmt einen kleinen Ausguckfelsen, dem Vater wird's mulmig, die Tochter nimmt's gelassen. Ein bißchen Obacht kann dennoch nicht schaden.
Die Hütte wird mit dem Geländewagen mit Nachschub versorgt.
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Not am Mann |
Abwandern zum Spitzingsee
Wenn alle Stricke reißen, das Wetter oder sonstwer verrückt spielt - schwebt man ersteinmal mit einer Gondel der Taubensteinbahn talabwärts, steht dem Heimkommen nichts mehr im Wege:
Vom Rotwandhaus zur Bergstation der Taubensteinbahn
Talfahrt mit der Taubensteinbahn
Mit dem Bus nach Schliersee Bahnhof
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© 1998 by Bernd Ragutt All rights reserved |
letzte Änderung: Freitag, 14. Mai 1999 Kruschtkiste |