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Bergwandern für Kinder |
Die Ausrüstung |
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Kleidung
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Irgendwann gerät jeder einmal in den Regen, ohne regenfeste Kleidung dann gleich schrecklich in die Traufe. Solche Kleidung gehört auch bei den besten Wetteraussichten in den Rucksack. Sind die Kinder erst einmal durchnässt, hört der Spaß sehr schnell auf. Und nasse Hosenbeine trocknen im klammen Trockenraum der Hütte auch nicht über Nacht. Ein Kraxenponcho hat den Vorteil, dass unter ihm auch der Rucksack verschwindet und der Rucksackinhalt hoffentlich trocken bleibt. Nahrungsmittel und Wäsche packe ich noch extra regensicher in Plastikbeutel ein. Früher habe ich dafür einfach Beutel für den Abfalleimer von der Rolle genommen, heute sind mir gelbe Plastikwäschebeutel lieber. So eingetütet lässt sich die Wäsche zudem auf das kleinste Volumen zusammendrücken. Martha aus Böhmen hielt diese Angewohnheit für eine schrullige Marotte, bis wir einmal auf den Achselköpfen in einen Dauersturzregen gerieten - Martha nass, Philipp nass, Schlafsäcke nass, Fotoapparat nass, alles nass! Unsere Dreierseilschaft hatte dagegen, naja halbwegs :-), gut lachen. |
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Kinderfüße wachsen schnell, da sind meist für jede Saison neue Bergwanderschuhe fällig. Im Gegensatz zu früher gibt es die ja heute auch für kleine Füße. Sparen ist hier fehl am Platz. Ein schneller Blick in den Sportartikelkatalog - 'unsere' Wahl fiele wohl wie immer auf »Meindl Manitoba« - wäre die Tochter nicht bereits 15 geworden :-(
Nach der Saison sind die Schuhe meist noch sehr gut in Schuss, man kann sie
weiter vererben - an den eigenen Nachwuchs oder an solchen im Bekanntenkreis.
Vielleicht kommt man so selbst zu gebrauchten und passenden Schuhen. Ich
bedauere allerdings heute ein bisschen, dass ich die Schuhe weiter gegeben
habe. Das wäre heute eine hübsche Galerie ...
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Sicherheit |
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Eine Reepschnur ist ein einfaches Seil, das nicht für das Abfangen eines Sturzes ausgelegt ist. In der Stärke 8mm besorgt man sich 10m davon. Auch als die Kinder sich schon souverän in Gelänge bewegten, habe ich die Reepschnur mitgenommen - man weiß ja nie ... Denn auch ein alter Sack macht noch Fehler: Philipp war unerträglich und sollte gerüffelt werden. Ich dachte an den Würgegriff des Leitwolfes. Der Bub lief panisch davon, lief wieder den Hangweg zurück, geriet ins Straucheln und rutschte ein paar Meter den Grashang hinunter. Weiter unten hätte ihn ein hübscher Stacheldrahtzaun erwartet. Mit der Reepschnur habe ich ihn wieder hochgeleiert. Ihr einziger Noteinsatz bisher.
Wandert ein kleineres Kind mit, das man aus Erfahrung gelegentlich doch lieber
an die 'Hundeleine' nehmen möchte, sollte man sich noch einen Brustgurt- oder
Kombigurt zulegen; ansonsten muss man das Kind behelfsmäßig anseilen, was man
natürlich zu Hause üben muss.
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Werkzeug |
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Ein Taschenmesser mit eingebauter Schere, zum Zuschneiden eines Pflasters!, und mit einem Dosenöffner ausgestattet muss es sein! Das Dosenöffnen probiert man besser bereits zu Hause aus. Die Technik verlangt einiges an Kraft gepaart mit Feingefühl.
Ein einfaches Taschenmesser gehört zur Grundausstattung eines jeden
Kindes. Das Messer wird mit einem hinreichend langen Bändsel am Gürtel
befestigt - und da bleibt es auch, sonst es es schnell verloren.
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Spiele |
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So richtig zünftig wandert es sich nur mit dem Wanderstock! Wir haben uns unsere Wanderknüppel mit großer Begeisterung natürlich immer unterwegs besorgt und einen meist bis nach Hause getragen. Man hängt an diesem Stück Holz, das man mit Sorgfalt und nicht ohne Mühe ausgesucht, mit Hingabe mit dem Taschenmesser bearbeitet und herumtragen hat. Manchmal ist so ein Wanderstock auch richtig nützlich, etwa wenn es mit drei Beinen den Steig hinunter geht. Manchmal ist er allerdings auch ziemlich hinderlich, wenn man eigentlich sicherer im eigenen Gleichgewicht geht. Zusammenschieben wie die High-Tech-Geräte lässt er sich ja nicht. Also zurück damit in die Natur? Die Entscheidung fällt nicht leicht, wenn der Wanderknüppel so richtig in der Hand liegt. Abends stellt man ihn dann an einem sicheren Ort bei der Hütte ab und ist sauer und trauert, wenn er am nächsten doch verschwunden ist ... |
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Für die Hüttenabende sollte man einen kleinen Zeitvertreib vorbereiten. Spielkarten wiegen nicht viel und passen immer noch in den Rucksack. Skatkarten, ob französisch oder bayrisch, sind für vielerlei Spiele brauchbar, etwa für »Mau Mau« oder für »51«, Unokarten allerdings nur für »Uno«. Warum nicht beide Kartenblätter in den Rucksack? Kartenhäuser bauen kann man mit allen Kartenblättern. Spiele mit Karten gibt es für alle Altersklassen. Mit »Mau Mau« fängt man an, denn »Mau Mau« kennt ja noch jedes Kind. In meiner Kinderzeit, Anfang der sechziger Jahre, spielten die älteren, die Eltern und die Nachbarn, am großen Tisch im Wohnzimmer »Canasta« und manchmal auch »Rommé«. Den Kindern auf der Hütte Canasta beizubringen, war ein Kinderspiel - nachdem ich zu Hause selbst die Spielregeln wieder aufgefrischt hatte. Unvergessen dann Töchterchens hochroter Kopf bei einer Gewinnersträhne im Kenzenhaus. Feuergefangen hat sie dennoch nicht - aus dem 'Off' kommt gerade die Botschaft, dass sie Gesellschaftsspiele doch gar nicht mag. Unvergessen auch Christophers Verlieren können. Mein Lieblingskartenspiel »Doppelkopf« braucht leider einen vierten Mann. Und wir waren zu Dritt oder zu Vielen unterwegs, nie aber zu Viert. |
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Kariertes Papier, Kugelschreiber und Streichhölzer nicht vergessen! Die braucht man, nimmt man sich am Abend gemeinsam mit den Jüngeren der kniffeligen Wort- und Legespiele und der Labyrinthe aus einem Rätselbuch an. Solche Bücher oder besser Hefte für Kinder gibt es zum Beispiel von Ravensburger Verlag. Zu Zweit kann man »Käsekästchen« spielen und »Schiffe versenken«. Nur kariertes Papier und zwei Schreibstifte braucht man dazu. |
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© 1999 by Bernd Ragutt All rights reserved |
letzte Änderung: Sonntag, 25. Juni 2000 Kruschtkiste |